Neuigkeiten

31. Mai 2024: Vortrag über „Die Runen von Amrum“ zum fünfzigjährigen Jubiläum des Öömrang Ferian

Jens Quedens vom Öömrang Ferian hatte mich vor einiger Zeit gebeten, als Vertreter der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel anlässlich der Festwoche zum fünfzigjährigen Jubiläum des Vereins einen Vortragsabend auf Amrum zu gestalten. Daraufhin fanden heute, am 31. Mai, dem Abschlussabend dieser Festwoche, zwei Vorträge des Fachbereichs Frisistik (ISFAS, CAU) im voll besetzten Tagungsraum des Seeheims zu Norddorf statt. Meine Kollegin Dr. Wendy Vanselow referierte um 20:50 über „Die amrumerfriesischen Komödien von Thea Andresen und Annegret Lutz“, nachdem ich um 20:00 einen Vortrag mit dem Titel „Die Runen von Amrum. Ein Bericht zur Wiederentdeckung“ gehalten hatte. Anschließend haben wir beide noch an den vereinsinternen Feierlichkeiten zum Abschluss der Festwoche teilgenommen.

CW

22. & 23. Mai 2024: Untersuchung des Amrumer Steinobjekts mit Runeninschrift am NIhK in Wilhelmshaven

Das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte (MVF) hatte auf meine Initiative vom 13. Januar hin sein Archiv nach dem in Otto Olshausens (1840-1922) Grabungsbericht von 1920 abgebildeten und während des Zweiten Weltkriegs in Berlin verschollen gegangenen Amrumer Steinobjekt mit Runeninschrift durchsucht und mir am 16. Januar mitgeteilt, dass es tatsächlich „im kriegsbedingt signaturlosen Bestand […] entdeckt und sicher identifiziert wurde“. Weil dieses Objekt rund achtzig Jahre nach seinem Verschwinden nun endlich einer fachgerechten Untersuchung unterzogen werden kann, hatte ich Kontakt mit meiner Kollegin Dr. Christiane Zimmermann vom Akademieprojekt „RuneS“ aufgenommen und verschiedene Optionen besprochen, wie es am besten untersucht und veröffentlicht werden könnte. Um auch die nötige archäologische und geologische Perspektive auf den Gegenstand zu erhalten, haben wir Prof. Dr. Hauke Jöns, den wissenschaftlichen Direktor des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven, in die weitere Planung einbezogen und in Absprache mit dem MVF vereinbart, das Steinobjekt einer Untersuchung mit dem Keyence-Digitalmikroskop des NIhK zu unterziehen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens habe ich mich am 22. Mai mit Dr. Christiane Zimmermann und Dipl.-Rest. Philipp Schmidt-Reimann, dem Leiter der Restauration am MVF und Kurier des Objekts, für ein zweitägiges interdisziplinäres Arbeitstreffen in Wilhelmshaven eingefunden, in dessen Rahmen wir zusammen mit dem NIhK (neben Prof. Dr. Hauke Jöns vertreten durch Dr. Martin Segschneider, Dr. Kirsten Hüser, Dr. Martina Karle und Dr. Katrin Struckmeyer) zunächst erarbeitet haben, welche Fragen eine fachgerechte, zeitgemäße Untersuchung behandeln muss und welche Strategie für eine gemeinsame Publikation der Ergebnisse wir verfolgen möchten, ehe wir das Objekt am nächsten Tag (23. Mai) unter das Digitalmikroskop gelegt und Daten für die Klärung der aufgestellten Forschungsfragen gesammelt haben. Aus meinem ursprünglichen Rechercheauftrag im Januar ist inzwischen also eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Frisistik des ISFAS, dem Akademieprojekt „RuneS“, dem NIhK und dem MVF hervorgegangen – mit dem Ziel, das Amrumer Steinobjekt mit Runeninschrift inkl. der überaus spannenden Geschichte seiner Provenienz in mindestens zwei gemeinsamen Aufsätzen wissenschaftlich zu beschreiben.

Blog (22.5.2024) Runen von Amrum

Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass dieses Stück jemals wieder auftauchen würde. (Martin Segschneider, 22. Mai 2024)

CW

15. Mai 2024: Projekt zur Umstellung des „Thesaurus des Nordfriesischen“ auf das Open-Access-Prinzip

Nachdem ich im Januar einen Antrag auf Finanzierung einer Hilfskraftstelle an das Collegium Philosophicum der Christian-Albrechts-Universität gerichtet hatte und dieser bereits im März bewilligt wurde, konnte ich heute, am 15. Mai, eine Fachstudentin der Frisistik als studentische Hilfskraft einstellen: Fenja Oestreich wird sich in dieser Funktion ab heute mit der Umstellung des Thesaurus des Nordfriesischen auf das Open-Access-Prinzip befassen. Darum geht es:

Prof. Dr. Jarich Hoekstra hat am Fach Frisistik des Instituts für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bis zu seiner Pensionierung im April 2022 den Thesaurus des Nordfriesischen aufgebaut: eine bisher ausschließlich universitätsintern nutzbare Online-Datenbank für digitale Abschriften nordfriesischsprachiger Quellen (d. h. Sachtexte, Prosatexte, Gedichte, Theaterstücke usw.), für Glossare, Grammatiken und Bibliographien, die nicht nur verschiedene Recherchemöglichkeiten, sondern auch den direkten wissenschaftlichen Zugriff auf friesische Sprachdaten optimieren soll und der Frisistik dadurch seit vielen Jahren unschätzbare Dienste erweist. Innerhalb der Datenbank sind die gesammelten Materialien zunächst nach friesischen Dialekten sortiert, auf der zweiten Ordnungsebene nach Materialtypen (Texte, Glossare, Grammatiken, Bibliographien) und anschließend alphabetisch nach den Namen ihrer Urheber und Urheberinnen. Unter einer Überschrift wie beispielsweise „Jap Peter Hansen (1767–1855), Westerland“ werden dementsprechend Hansens Werke jeweils mit vollständiger bibliographischer Angabe aufgelistet und über einen Download-Link mit PDF-Dateien verknüpft, die die digitalen Abschriften der betreffenden Quellen enthalten.

Weil auch abseits des akademischen Umfeldes der CAU das Interesse am Thesaurus stetig gewachsen ist, soll die Einrichtung der Datenbank möglichst bis 2025 auf das Open-Access-Prinzip umgestellt und die enthaltenen Materialien damit der Öffentlichkeit frei zugänglich sowie unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Bevor das allerdings möglich ist, müssen in einigen Fällen die Inhaber und Inhaberinnen der Rechte an diesen Quellen festgestellt und um eine Lizenz für die Online-Zurverfügungstellung der darauf basierenden digitalen Abschriften im Rahmen des Thesaurus gebeten werden. Oestreichs Aufgabe ist es nun, diese Lizenzen einzuholen.

CW

25. April 2024: Ruf auf die W1-Professur für Frisistik an der CAU zu Kiel erhalten

Nachdem ich mich am 19. Oktober 2023 auf die ausgeschriebene W1-Professur für Frisistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel beworben hatte und mich der Berufungskommission am 11. Dezember mit einem Vortrag vorstellen konnte, bin ich als Erstplatzierter aus dem Berufungsverfahren hervorgegangen: heute, am 25. April, hat mir das Präsidium der CAU den Ruf erteilt.

CW

9. April 2024: Masterarbeit über „Das lyrische Werk von Waldemar Henningsen“ begutachtet

In der Übergangszeit zum Sommersemester 2024 habe ich die Masterarbeit einer Fachstudentin über „Das lyrische Werk von Waldemar Henningsen“ begutachtet – zusammen mit meiner Kollegin Dr. Wendy Vanselow, die als Erstgutachterin tätig war. Die Texte des 1883 in Keitum geborenen Autors sind damit erstmals Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung geworden.

CW

31. März 2024: Abschluss des Projekts zur Inventarisierung der Zettelkartei (Nordfriesische Wörterbuchstelle)

Carolin Klöhn (B. A.) war seit dem 1. November 2023 für fünf Monate als wissenschaftliche Hilfskraft am Fachbereich Frisistik (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) angestellt, um in Zusammenarbeit mit unserer studentischen Hilfskraft Johannes Friehs eine Inventarisierung der umfangreichen Wörterbuchkartei der in den Fachbereich integrierten Nordfriesischen Wörterbuchstelle vorzunehmen. Seit heute, 31. März, ist dieses Projekt abgeschlossen und konnte folgende Ergebnisse erzielen:

  • Insgesamt 504 Sinneinheiten, auf die das Zettelmaterial in den Räumlichkeiten des Fachbereichs Frisistik verteilt ist (Archivkästen, Briefumschläge usw.), wurden in einer Excel-Tabelle erfasst und mit einer Signatur versehen, die Aufschluss über die Standorte dieser Einheiten (Raum, Schrank, Fach usw.) geben. Dadurch lässt sich das gegenwärtig untereinander bestehende räumliche Verhältnis dieser Einheiten auch rekonstruieren, wenn sie aufgrund der bis 2027 anstehenden Umbaumaßnahmen in der Leibnizstraße einen neuen Standort erhalten.
  • Alle Formen der Beschriftung, mit der man die Sinneinheiten im Laufe der Zeit versah, wurden festgehalten.
  • Ausgewählte Informationen über die jeweils in den Sinneinheiten enthaltenen Zettel wurden dokumentiert – etwa deren Menge in gemessenen Zentimetern, aus der sich nach probeweiser Auszählung eine Zettelzahl pro Zentimeter und auf dieser Grundlage annäherungsweise auch eine Gesamtzahl von ca. 920.000 archivierten Wörterbuchzetteln errechnen ließ.

Mit den gewonnenen und weiteren, im Rahmen eines kleinen Digitalisierungsprojekts noch zu erhebenden Daten soll schließlich die Grundlage für einen Antrag auf Finanzierung eines größeren Projekts zur Wiederaufnahme der Arbeiten am großen gesamtnordfriesischen Wörterbuch geschaffen werden.

Klöhn hat außerdem Abschriften von Waldemar Henningsens (1883-1965) Theaterstücken Haike Rinken’s Skeksaal! Drama ön trii Abtochen, Di [Söl’ring] Löögenhals: en Sölring Komedi ön trii Aptoggen und Inge! En Sölring Komeedi ön trii Aptochen, die zeitnah in den Thesaurus des Nordfriesischen integriert werden sollen, vorgenommen und Scans verschiedener Handschriften angefertigt.

CW

6. März 2024: Antrag auf Finanzierung einer Hilfskraftstelle bewilligt

Nachdem ich im Januar einen Antrag auf Finanzierung einer Hilfskraftstelle an das Collegium Philosophicum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gerichtet hatte, erhielt ich heute, am 6. März, die überaus erfreuliche Nachricht, dass dieser bewilligt wurde. Die voraussichtlich zu Mai einzustellende Hilfskraft wird sich dann mit Urheber- und Nutzungsrechten im Zusammenhang mit dem Thesaurus des Nordfriesischen auseinandersetzen. Das Ziel ist, die in dieser Datenbank zurzeit nur universitätsintern verfügbaren Abschriften nordfriesischer Texte und Glossare so bald wie möglich auch als Open Source anbieten zu können.

CW

26. Februar 2024: Nordfriesland in Kiel (Tagung)

Das Fach Frisistik des Instituts für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft (ISFAS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat am 26. Februar eine Tagung mit dem Titel Nordfriesland in Kiel. Wissenschaftliche Perspektiven auf eine vielfältige Region abgehalten. Geplant und organisiert wurde die Vortragsveranstaltung von Dr. Wendy Vanselow und mir unter Einbezug von Johannes Friehs, der sich als studentische Hilfskraft um das Funktionieren der involvierten Technik gekümmert hat, und der Fachschaft Frisistik (neben Friehs auch vertreten durch Fenja Oestreich und Joke Autzen), die die Tagungsteilnehmer*innen mit Kaffee, Kuchen und Waffeln versorgt hat.

NF in Kiel, Poster [Final]

Das Programm sah in seiner letzten Fassung aus wie folgt:

08:20-08:30: Begrüßung (Dr. Christoph Winter & Dr. Wendy Vanselow)

08:30-09:00: Die Einwanderung der Friesen im Früh- und Hochmittelalter: aktuelle archäologische Forschung in Nordfriesland (Dr. Bente Majchczack)

09:15-09:45: Mehr als nur Fragmente? Nordfriesland in den ‚Preußischen Jahrbüchern‘ (1858–1935) (Jan Ocker, M. A.)

10:00-10:30: Abseits des Mainstreams – Hexenverfolgung in Nordfriesland in der Frühen Neuzeit (Dr. Rolf Schulte)

10:45-11:15: Nordfriesisch vor Gericht (Ann-Kathrin Reinders, Ass. iur, B. A.)

11:30-12:30: Mittagspause

12:30-13:00: ‚Wenn sich die Welt zu meiner Verdammung empörte‘. Szenen aus dem unsteten Leben des Detlef Petersen (1753-1801) aus Westerschnatebüll (Dr. Christoph Winter)

13:15-13:45: ‚E müse baigänden än täi jiter bänen än et koorn to spilen‘: der und– sowie zu-Infinitiv in den wiedingharderfriesischen Texten von Peter Jensen (1861-1939) (Thede Thießen, M. A.)

14:00-14:30: Überlegungen zu Straßennamen auf den nordfriesischen Geestinseln (Lea Vanselow, M.Ed.)

14:45-15:15: Die nordfriesischen Flaggenlieder von Nis Albrecht Johannsen und Ferdinand Zacchi im Vergleich (Dr. Wendy Vanselow & Johannes Friehs)

ab 15:30: Kaffee und Ideen

Blog (26.2.2024) - NFKI
©Ute Vanselow

Den Anstoß zu Nordfriesland in Kiel gab ein Zeitungsartikel über Hexenverfolgung mit dem Titel Folter und Hinrichtungen an der Westküste, den Dr. Rolf Schulte am 7. Februar 2022 im Nordfriesland Tageblatt veröffentlicht hatte. Als Reaktion darauf hatte ich ihn Mitte April desselben Jahres gebeten, einen Aufsatz über dieses Thema für das Nordfriesische Jahrbuch zu schreiben (der inzwischen auch veröffentlicht worden ist, vgl. unten). Aus dem Gedanken, darüber hinaus auch einen Rahmen für einen inhaltlich entsprechend ausgerichteten Vortrag zu schaffen, ist letztendlich diese Tagung erwachsen.

Nordfriesland in Kiel sollte allerdings nicht nur spannende Vorträge bieten. Wir hatten uns das übergeordnete Ziel gesetzt, sowohl Wissenschaftler*innen und Studierende aus allen Fachbereichen als auch Lai*innen anzuregen, sich mit Nordfriesland zu beschäftigen – in all seinen Facetten. Wir wollten mit Nordfriesland in Kiel nicht nur den Wissenschaftstransfer fördern, sondern insbesondere auch Impulse für den interdisziplinären Austausch geben. Das Tagungsprogramm schloss deshalb mit einem offenen, Kaffee und Ideen genannten Gesprächsformat. Es sollte den Tagungsteilnehmer*innen die Gelegenheit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, fächerübergreifend Forschungsfragen zu entwickeln und ggf. an Interessierte weiterzuvermitteln – an Studierende etwa. Zu unseren Zielen gehörte außerdem, mit Nordfriesland in Kiel direkt zur Entstehung von Aufsätzen und ähnlichen Arbeiten beizutragen, die dann ihren Weg in einschlägige Veröffentlichungsorgane finden mögen – wie etwa in das schon genannte Nordfriesische Jahrbuch.

Vier der acht Vorträge gestaltete das Fach Frisistik mit Beiträgen seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter, seiner studentischen Hilfskraft und seiner Promovierenden Ann-Kathrin Reinders (Ass. iur, B. A.) und Thede Thießen (M. A.). Als Vortragende konnten darüber hinaus Dr. Bente Majchczack vom Institut für Geowissenschaften, Jan Ocker (M. A.) und Dr. Rolf Schulte vom Historischen Seminar sowie Lea Vanselow (M. A.) vom Germanistischen Seminar gewonnen werden. Nordfriesland in Kiel bot dadurch Vortragsthemen aus den Bereichen Archäologie, Geschichte, Jura, Sprache und Literatur. Moderiert von Dr. Wendy Vanselow und mir entwickelten sich im Anschluss an die Vorträge einige Diskussionen mit facettenreichen fachspezifischen Beiträgen, die beispielhaft das Potenzial interdisziplinär ausgerichteter Veranstaltungen dieser Art aufzeigten und auch weiterführende Fragestellungen aufwarfen. Für eine besonders ausgedehnte und lebhafte Diskussion sorgten beispielsweise die für die schleswig-holsteinische Sprachpolitik und Sprachplanung heiklen, jedoch sehr relevanten Ergebnisse des Vortrags Nordfriesisch vor Gericht, mit denen Ann-Kathrin Reinders offenbar den weitaus größten Teil ihres Publikums überraschte. Während die meisten Vorträge bisher nicht näher untersuchten Forschungsgegenständen gewidmet waren, konnten die übrigen Beiträge bestehende Untersuchungsergebnisse ergänzen oder einen gründlichen Einblick in laufende Forschungsprojekte liefern.

Die Veranstaltung erfreute sich mit rund fünfzig Tagungsteilnehmer*innen einer starken, alle Erwartungen übertreffenden Resonanz. Es konnten u. a. Kolleg*innen sowie Studierende zahlreicher Fächer der Christian-Albrechts-Universität, Dr. Jan Schlürmann aus dem Schleswig-Holsteinischen Landtag, Vertreter*innen des Nordfriisk Instituut in Bredstedt und der Ferring Stiftung in Alkersum auf Föhr, Mitarbeiterinnen des Friisk Funk und des NDR, einige Schüler*innen der Jernved Danske Skole in Dänischenhagen und andere Interessierte begrüßt werden. Nachdem die Rückmeldungen der Vortragenden und anderer Tagungsteilnehmer*innen sowie die per Mail eingegangenen Reaktionen auf das Programm durchweg sehr positiv ausgefallen sind, möchten die Veranstaltenden Nordfriesland in Kiel als einmal jährlich stattfindende Tagung etablieren und das Programm zukünftig auch unter Einbezug CAU-externer Expertisen gestalten. Voraussichtlich ab Mitte 2024 wird das Fach Frisistik auf seiner Homepage und in verschiedenen Rundmails darüber informieren, wie es mit Nordfriesland in Kiel nächstes Jahr konkret weitergeht. Interessierte Leser*innen werden an dieser Stelle aufgerufen, Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn sie ihre Adresse in den Verteiler aufnehmen lassen möchten.

Bibliographische Angaben:

  • Friehs, Johannes, Carolin Klöhn & Wendy Vanselow. 2024. „Wat san we duch rik heer foon gölj. Die nordfriesischen Flaggenlieder von Nis Albrecht Johannsen und Ferdinand Zacchi im Vergleich“. In: Nordfriesisches Jahrbuch 59, S. 175-198.
  • Schulte, Rolf. 2022. „Folter und Hinrichtungen an der Westküste“. In: Nordfriesland Tageblatt (7.2.2022), S. 9.
  • Schulte, Rolf. 2024. „Hexenverfolgung in Nordfriesland“. In: Nordfriesisches Jahrbuch 59, S. 33-53.
  • Vanselow, Lea & Alastair Walker. 2024. „Die Mehrsprachigkeit Nordfrieslands im Spiegel der Straßennamen“. In: Zwischen Eider und Wiedau, S. 182-191.
  • Winter, Christoph. 2024. „Ein Nordfriese im Russischen Kaiserreich. Aus dem Leben des karrharderfriesischen Informanten von Bacmeister und Pallas“. In: Nordfriesisches Jahrbuch 59, S. 7-31.

CW

Nachtrag (6. März 2024):

Karin Haug hat am 6. März um 20:40 in einem ca. dreiminütigen Beitrag zu Frasch for enarken (= Teil der Radiosendung Moin! Schleswig-Holstein – Von Binnenland und Waterkant, NDR 1 Welle Nord) über Nordfriesland in Kiel berichtet.

CW

16. Februar 2024: Exkursion nach Nordfriesland

Heute, am 16. Februar, hat das Fach Frisistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel seine alljährlich am Ende des Wintersemesters stattfindende Tagesexkursion nach Nordfriesland unternommen. Kurz nach 9 sind Dr. Wendy Vanselow und ich mit den Studierenden an der Hauptpforte in der Olshausenstraße aufgebrochen und zum Nordfriisk Instituut in Bredstedt gefahren, dessen Mitarbeiterin Franziska Böhmer uns zunächst einen Einblick in die Geschichte und die gegenwärtige Arbeit der traditionsreichen Einrichtung gegeben und anschließend die Ausstellung im Friisk Futuur vorgestellt hat. Nach einer Mittagspause in der Bredstedter Innenstadt sind wir durch den Sönke-Nissen-Koog und Ockholm, über den Bongsieler Kanal zum Bottschlotter See und von dort aus auf dem Holländerdeich durch Fahretoft bis nach Dagebüll-Kirche gefahren. An der Nommenswarf haben wir einen Halt eingelegt, damit ich dort vor dem Schaukasten am historischen Fething über das frühere Leben auf den nordfriesischen Halligen und den Aufbau von Warften, vor allem im Hinblick auf die Trinkwasserversorgung berichten konnte. Anschließend sind wir an die Spitze der Dagebüller Mole gefahren, um dort allerdings feststellen zu müssen, dass uns Regen und Nebel den sonst so eindrucksvollen Blick auf die Halligen und Föhr verwehren. Nach einem kurzen Aufenthalt sind wir zum Richard-Haizmann-Museum in Niebüll weitergefahren, wo wir uns die Ausstellung Nordfrieslands Weg in die Moderne. Malerei im Aufbruch mit Bildern u. a. von Carl Ludwig Jessen, Hans Peter Feddersen d. J., Otto Heinrich Engel und Jacob Alberts angeschaut haben. Im Anschluss an eine kurze Pause in der Niebüller Backstube waren wir um 16:20 mit Kalli Teske verabredet, der uns mit gewohntem Enthusiasmus eine Führung durch das Friesenmuseum Niebüll-Deezbüll im Osterweg gegeben hat. Danach konnten wir uns im Casa Piccoli stärken und sind zuletzt zum Andersen-Hüs in Klockries gefahren, um dort um 20:00 das neue friesischsprachige Stück Kjarls influenza – Markst nuch wat, unti blafst ål düüdj der Theatergruppe Frasch Klüüs zu schauen. Gegen Mitternacht waren wir zurück in Kiel.

Blog (16.2.2024) - Exkursion
©Christoph Winter

CW

16. Januar 2024: Verschollenes Amrumer Steinobjekt mit Runeninschrift wiederentdeckt

Nachdem ich das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte erst am Samstag, 13. Januar, um eine eingehende Archivrecherche nach einem ursprünglich mal auf Amrum gefundenen, von Otto Olshausen (1840-1922) in einem Grabungsbericht von 1920 abgebildeten und während des Zweiten Weltkriegs in Berlin verschollen gegangenen Steinobjekt mit Runeninschrift gebeten hatte, habe ich heute die überraschende, überaus erfreuliche Nachricht erhalten, dass es „im kriegsbedingt signaturlosen Bestand gestern Abend entdeckt und sicher identifiziert wurde“. Rund achtzig Jahre nach seinem Verschwinden ist das Objekt nun also wieder da und kann endlich einer fachgerechten Untersuchung unterzogen werden. Genau das werde ich jetzt veranlassen und mich um eine Veröffentlichung der Ergebnisse bemühen.

CW