Neuigkeiten

20. März 2022: Vortrag in der Ferring Stiftung

Den Föhrern und Amrumern hatte ich mich bereits am 28. November im Rahmen der Vortragsreihe der Ferring Stiftung mit einem einstündigen Beitrag über meine Doktorarbeit vorstellen wollen. Nachdem die Veranstaltung damals allerdings pandemiebedingt verschoben werden musste, konnte ich meinen (auch in der Zeitung angekündigten) Vortrag mit dem Titel „Westlich am Tisch und oben am Strand? Auffällige Orts- und Richtungsangaben im Nordfriesischen“ heute, am 20. März, um 10:00 endlich nachholen. Im Anschluss an meine Präsentation beteiligte sich das aufmerksame Publikum sehr rege an der ungefähr halbstündigen Diskussion.

Blog 20.3.2022 (Vortrag Stiftung)
©M. & F. Böhmer

Ankündigung:

In den nordfriesischen Sprachquellen sind Angaben enthalten wie del tod Nôarden ‚runter nach Norden‘, ap bi strun ‚rauf zum Strand‘, dat ååster likapundāl Boord ‚das östliche senkrechte Brett‘ oder Det wiar de Hukstuul üüb e Waastereeg faan e Boosel ‚Das war der Eckstuhl auf der Westseite des Tischs‘. Sie werfen aus der standardsprachlichen Perspektive des Hochdeutschen einige Fragen auf: heißt es nicht rauf nach Norden? Wie kann ein Strand oben sein? Und warum wird die Position von Möbel(teile)n mit den Himmelsrichtungen beschrieben, wenn Europäer nach der gängigen Lehrmeinung eigentlich daran gewöhnt sind, nur sehr große, nicht bewegliche Objekte auf diese Weise zu lokalisieren?

Nachtrag (31. März):

Im Anschluss an die Veranstaltung hatte ich Kerrin Ketels, Redakteurin und Moderatorin des friesischen Radiosenders FriiskFunk, einige Fragen zu meinem Dissertationsthema und zum Vortrag selbst beantwortet. Unser Gespräch wurde heute, am 31. März, als ca. elfminütiger Beitrag gesendet und ist seitdem in der Mediathek des Offenen Kanals Westküste als Stream verfügbar.

CW

11. März 2022: Bente Faust und Claus-Peter Lieckfeld zu Besuch in der Ferring Stiftung

Nachdem mir Bente Faust vom Hamburger Off Ya Tree Studio und Autor Claus-Peter Lieckfeld zufällig gestern schon in Süderende begegnet waren, besuchten sie heute, am 11. März, die Ferring Stiftung, um einige Fragen zur Geschichte der Insel Föhr – insbesondere zur Zeit des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 – zu klären, die sich während Lieckfelds Arbeiten an einem historischen Roman ergeben hatten.

CW

10. März 2022: Vertreter des SSW zu Besuch in der Ferring Stiftung

Heute, am 10. März, haben die Mitarbeiter der Ferring Stiftung Sybilla Nitsch, Flemming Meyer, Ilse Johanna Christiansen und Gerhard Mommsen-Patzelt vom SSW empfangen und bei Kaffee und Kuchen die Einrichtung vorgestellt, d. h. von ihrer Arbeit berichtet, Einblicke in laufende und geplante Projekte gewährt, verschiedene Veröffentlichungen vorgestellt sowie ein Interview für das Programm des FriiskFunk aufgezeichnet. Letzteres wird demnächst in der Mediathek des Offenen Kanals Westküste als Stream verfügbar sein.

CW

7. März 2022: Lehrauftrag für Lehrveranstaltungen der vakanten Frisistik-Professur an der CAU

Seit bekannt ist, dass die Professur für Frisistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nicht rechtzeitig zur Pensionierung von Prof. Dr. Jarich Hoekstra am 1. April neu besetzt werden wird und die mit der Stelle verbundenen Lehrveranstaltungen im kommenden Sommersemester (1. April bis 30. September) vakant sein würden, hatte ich mich bemüht, einen Lehrauftrag zu erhalten. Ein solcher wurde mir heute, am 7. März, durch den Dekan der Philosophischen Fakultät für die „Lektüreübung Fering für Fortgeschrittene“ (1 SWS), das Proseminar „Moderne Sprachwissenschaft“ (2 SWS) und das Thematische Hauptseminar Sprachwissenschaft (2 SWS), das ich dem Karrharder Friesischen widmen werde, erteilt. Im selben Zeitraum werde ich zusätzlich die Leitung des Thesaurus des Nordfriesischen übernehmen.

CW

4. März 2022: Teilnahme an der Konferenz ‚Friesisch an Schulen – Zustand, Zweck und Zukunft‘

Das Nordfriisk Instituut hatte zusammen mit dem Kreis Nordfriesland namhafte Wissenschaftler, Kulturschaffende, Mitglieder der nordfriesischen Vereine, Politiker und vor allem Vertreter des mit der nordfriesischen Sprache befassten Schulwesens zu einer Konferenz mit dem Titel Friesisch an Schulen – Zustand, Zweck und Zukunft in die Koogshalle (Reußenköge) geladen, um den Status des friesischen Lehrangebots in Nordfriesland zu diskutieren, Ziele zu formulieren und Veränderungen auf den Weg zu bringen, die eine deutliche Verbesserung der gegenwärtigen Situation bewirken können. Weil ich es wichtig finde, dass der Austausch über das Thema gefördert und Politiker in die Verantwortung genommen werden, habe ich heute, am 4. März, als Repräsentant der Ferring Stiftung an dieser Veranstaltung teilgenommen. Nach einer Reihe von Grußworten und drei Fachvorträgen zu „Grundprinzipien von Minderheitensprachen in der Schule“ (Prof. Dr. Jeroen Darquennes), „Sorbisch in der Schule“ (Dr. Jana Schulz) und „Nordfriesisch in der Schule“ (Lena Grützmacher) sah das Tagesprogramm zwei Podiumsdiskussionen zur Frage, wie das Friesische zukunftsfähig gemacht werden kann, vor, die von Prof. Dr. Jørgen Kühl moderiert wurden. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Konferenzen dieser Art regelmäßig – und dann möglichst nicht direkt vor Landtagswahlen – stattfinden sollten, um Veränderungen im nordfriesischen Lehrangebot adäquat dokumentieren und evaluieren zu können. Bedauerlich war, dass Florian Lorenzen (CDU), Landrat des Kreises Nordfriesland, spontan absagen musste, Karin Prien (CDU), Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, bereits nach ihren Grußworten verschwand und nicht für Fragen oder konkrete Stellungnahmen zur Verfügung stand und Johannes Callsen (CDU), Minderheitenbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, erst nach der Mittagspause erschien, so die Vorträge verpasste und zu Fragen, die Bezug auf deren Inhalte nahmen, nichts nennenswertes beitragen konnte. Eine wichtige Funktion könnte der angekündigte Tagungsband übernehmen, der die Vorträge und die Fragen des Publikums dokumentieren soll, als Grundlage für mögliche, auf diese Konferenz aufbauende Veranstaltungen dienen und bestenfalls auch als Druckmittel auf politischer Ebene eingesetzt werden kann. Inwiefern die Versammlung in der Koogshalle tatsächlich etwas bewirken wird, muss bei aller Hoffnung zunächst offen bleiben.

Blog 4.3.2022 (Friesisch an Schulen)
©Christoph Winter

CW

3. März 2022: Erwähnung der Ferring Stiftung in ‚LandGang‘

Heute, am 3. März, hat die Ferring Stiftung ein Belegexemplar der aktuellen Ausgabe (Nr. 2, März/April 2022) der zum Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) gehörenden Zeitschrift LandGang erhalten, nachdem deren Mitarbeiterin Silke Kurtz am 20. Januar ein Interview mit Prof. Dr. Volkert F. Faltings und mir in der Bibliothek der Ferring Stiftung geführt und dieses in einem recht allgemein gehaltenen Artikel über die nordfriesische Sprache mit dem Titel „Lebendiges Kulturgut“ (S. 129-131) verwertet hatte.

CW

17. Februar 2022: Festschrift für Prof. Dr. Jarich Hoekstra unter dem Titel ‚From West to North Frisia‘ veröffentlicht

Seit heute, 17. Februar, ist das Buch From West to North Frisia. A Journey along the North Sea Coast. Frisian studies in honour of Jarich Hoekstra, das ich zusammen mit Dr. Alastair Walker, Dr. Wendy Vanselow (CAU, Kiel) und unseren westfriesischen Kollegen Prof. Dr. Goffe Jensma (RU, Groningen), Dr. Eric Hoekstra (Fryske Akademy, Leeuwarden) und Dr. Willem Visser (RU, Groningen) anlässlich der Pensionierung meines Doktorvaters Prof. Dr. Jarich Hoekstra (CAU, Kiel) am 1. April als Festschrift herausgebe, auf der Homepage der John Benjamins Publishing Company via Open Access als Download verfügbar. Als Ergebnis dieser ertragreichen, schon vor Jahren angestoßenen und rundum vorbildlichen frisistischen Kooperation liegen nun 25 neue Aufsätze vor, die sich aus ganz verschiedenen Perspektiven mit der friesischen Sprache beschäftigen – darunter auch der letzte Aufsatz des am 10. Januar verschiedenen und schmerzlich vermissten Altmeisters Nils Århammar:

  • [Jarich Hoekstra – A life in Frisian Studies (x–xiv)]
  • [Two bibliographies of Jarich Hoekstra’s writings (xvi–xxv)]
  • Nils Århammar: Zum Stand der Erfassung und Erschließung des Wortschatzes der nordfriesischen Sprache der Inseln Föhr und Amrum
  • Franziska Böhmer: Ströntistel es min Bloom: Ein Dichter und seine Beziehung zu einer Pflanze
  • Mareike Böhmer: Eine strukturelle Untersuchung der „Erzählungen des alten Besenbinders Jens Drefsen“ von Christian Johansen
  • Temmo Bosse: Die niederdeutschen Wenkerübersetzungen aus dem Saterland
  • Philippus Breuker: De “Burmania”-sprekwurden. Meitsjen, sammeljen en útjaan: Sprekwurden yn de 16e en de 17e iuw
  • Volkert F. Faltings: Addenda zum Etymologischen Wörterbuch der friesischen Adjektiva, Teil II
  • Jürg Fleischer: Zu Semantik und Grammatik des Verbs füünj/fu ‘bekommen’ im Nordfriesischen: Ergebnisse aus Paralleltext-Analysen
  • Durk Gorter: Names in the Frisian linguistic landscape
  • Hauke Heyen: #hokerbeest: Auf der Suche nach Spuren digitaler nordfriesischer Kommunikation
  • Eric Hoekstra: De keunst fan it oersetten: Analyse fan guon boppeslaggen yn in Bommeloersetting fan Jarich Hoekstra en Harke Bremer
  • Goffe Jensma: Ritual walks, chronotopic moves: A few remarks on Obe Postma’s poetics
  • Robert Kleih: “For Preservation of the Frisian Legacy” Intention und Sprachgebrauch der amerika-friesischen Zeitschrift Frisian Roundtable
  • Stephen Laker & Pyt Kramer: Der an’t-Progressiv im Saterfriesischen
  • Nils Langer: Standardisierung im Nordfriesischen
  • Horst H. Munske: Wie entstand das Handbuch des Friesischen?
  • Damaris Nübling: Hoekstra, Hoeksma, Hoeksema : Friesische Familiennamen in Deutschland – Typen, Verbreitung, onymische Morphologie
  • Anne Tjerk Popkema: On the provenance of the Old Frisian law manuscripts
  • Claas Riecken: Dietrich Hofmann und die Anfänge der Nordfriesischen Wörterbuchstelle in Kiel
  • Christoph G. Schmidt: Iareg un a Daans: Überlegungen zur Melodie der Altföhringer Ballade
  • Patrick V. Stiles: Two notes on the Old Frisian Version of ‘The Fifteen Days before Doomsday’: Days Ten and Fourteen
  • Wendy Vanselow: Amrum und seine BewohnerInnen in der amrumerfriesischen Dramenliteratur von Thea Andresen und Annegret Lutz
  • Arjen P. Versloot: Die Entwicklung von protogermanischem *ai im Niederdeutschen: Ein Erklärungsversuch für die Spaltung des altsächsischen e2
  • Willem Visser: The closed vowels in West Frisian revisited: On the mismatch between phonetic duration and phonological length
  • Oebele Vries: Instances of direct speech, authentic and imaginary, in Old Frisian
  • Alastair Walker: Nordfriesische Kinder- und Jugendliteratur: Versuch eines Überblicks

This volume contains 25 articles covering a wide array of subjects, reflecting the breadth of scholarship of one of today’s leading experts in the field of Frisian Studies. The articles, written mostly in English and German, encompass a temporal range from Old Frisian to Modern Frisian and a geographical range from West Frisian in the Netherlands to Sater and North Frisian in Germany, and include Low German. Some articles initiate new fields of enquiry, e.g. uncharted areas of dialectology, others give comprehensive reviews of certain domains, e.g. the provenance of Old Frisian law texts, while a third category focusses on specific topics ranging from phonology, grammar and etymology to aspects of Frisian literature and a medieval Frisian ballad.

In gedruckter Form wird das Buch demnächst für 105€ (ISBN 9789027210166) auf der Homepage der John Benjamins Publishing Company erhältlich sein – Vorbestellungen sind bereits möglich.

DOI: https://doi.org/10.1075/nss.33
Bibliografische Angabe:

  • Walker, Alastair, Eric Hoekstra, Goffe Jensma, Wendy Vanselow, Willem Visser & Christoph Winter (Hg.). 2022. From West to North Frisia. A Journey along the North Sea Coast. Frisian studies in honour of Jarich Hoekstra (NOWELE Supplement Series 33). Amsterdam / Philadelphia: John Benjamins Publishing Company. [Download]

CW

14. Januar 2022: Neues friesisches Hörspiel „Det Skap Esperanza“

Heute, am 14. Januar, habe ich den ersten Vorbereitungen für die Aufnahme von Det Skap Esperanza beigewohnt. Dabei handelt es sich um ein Hörspiel (Originaltitel: Das Schiff Esperanza), das im Jahr 1953 von Fred von Hoerschelmann (1901-1976) verfasst wurde und später über verschiedene deutsche Radiosender ein breites Publikum erreichte. Im Jahr 2014 entstand schließlich an der Eilun Feer Skuul in Wyk auf Föhr eine Übersetzung in den gemeinsamen nordfriesischen Dialekt der Inseln Föhr und Amrum, die von Prof. Dr. Volkert Faltings und seinen Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe besorgt wurde. Nun, acht Jahre später, soll die Vertonung als Kooperation zwischen der Ferring Stiftung, Bente Faust vom Hamburger Off Ya Tree Studio und Gary Funck von Et Nordfriisk Teooter – unter Beachtung der geltenden Corona-Verordnungen – im Wyker Tonstudio der Band Stanfour umgesetzt werden. Die Rollen wurden im Übrigen ausschließlich mit Sprechern besetzt, deren Muttersprache (bzw. Erstsprache) eine der verschiedenen, in der Übersetzung beachteten Untermundarten Weesdring, Aasdring oder Öömrang ist.

Blog 14.1.2022 (Det Skap Esperanza)
©Christoph Winter

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6. Dezember 2021: Bibliografie zur altföhringer Ballade ‚Bai Reder‘ online

Heute, am 6. Dezember, habe ich endlich meine umfassende Bibliografie zur altföhringer Ballade Bai Reder, an deren Zusammenstellung ich schon seit dem Fund der bis dahin unbekannten Fassung im Nachlass der Brüder Grimm im Frühjahr 2016 gearbeitet hatte, hier auf dieser Homepage veröffentlicht. Das Verzeichnis soll zur Wiederaufnahme der Forschung an der Ballade beitragen und wird laufend um wiederentdeckte Quellen, übersehene Arbeiten und Werke sowie um Neuerscheinungen  ergänzt – Hinweise und Korrekturvorschläge nehme ich gerne entgegen.

Bibliografische Angabe:

  • Winter, Christoph. 2021ff. Bibliografie zur altföhringer Ballade Bai Reder [Upload: 6. Dezember 2021 (seitdem laufend ergänzt) | christophwinter.com/bibliografien].

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