22. & 23. Mai 2024: Untersuchung des Amrumer Steinobjekts mit Runeninschrift am NIhK in Wilhelmshaven

Das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte (MVF) hatte auf meine Initiative vom 13. Januar hin sein Archiv nach dem in Otto Olshausens (1840-1922) Grabungsbericht von 1920 abgebildeten und während des Zweiten Weltkriegs in Berlin verschollen gegangenen Amrumer Steinobjekt mit Runeninschrift durchsucht und mir am 16. Januar mitgeteilt, dass es tatsächlich „im kriegsbedingt signaturlosen Bestand […] entdeckt und sicher identifiziert wurde“. Weil dieses Objekt rund achtzig Jahre nach seinem Verschwinden nun endlich einer fachgerechten Untersuchung unterzogen werden kann, hatte ich Kontakt mit meiner Kollegin Dr. Christiane Zimmermann vom Akademieprojekt „RuneS“ aufgenommen und verschiedene Optionen besprochen, wie es am besten untersucht und veröffentlicht werden könnte. Um auch die nötige archäologische und geologische Perspektive auf den Gegenstand zu erhalten, haben wir Prof. Dr. Hauke Jöns, den wissenschaftlichen Direktor des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven, in die weitere Planung einbezogen und in Absprache mit dem MVF vereinbart, das Steinobjekt einer Untersuchung mit dem Keyence-Digitalmikroskop des NIhK zu unterziehen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens habe ich mich am 22. Mai mit Dr. Christiane Zimmermann und Dipl.-Rest. Philipp Schmidt-Reimann, dem Leiter der Restauration am MVF und Kurier des Objekts, für ein zweitägiges interdisziplinäres Arbeitstreffen in Wilhelmshaven eingefunden, in dessen Rahmen wir zusammen mit dem NIhK (neben Prof. Dr. Hauke Jöns vertreten durch Dr. Martin Segschneider, Dr. Kirsten Hüser, Dr. Martina Karle und Dr. Katrin Struckmeyer) zunächst erarbeitet haben, welche Fragen eine fachgerechte, zeitgemäße Untersuchung behandeln muss und welche Strategie für eine gemeinsame Publikation der Ergebnisse wir verfolgen möchten, ehe wir das Objekt am nächsten Tag (23. Mai) unter das Digitalmikroskop gelegt und Daten für die Klärung der aufgestellten Forschungsfragen gesammelt haben. Aus meinem ursprünglichen Rechercheauftrag im Januar ist inzwischen also eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Frisistik des ISFAS, dem Akademieprojekt „RuneS“, dem NIhK und dem MVF hervorgegangen – mit dem Ziel, das Amrumer Steinobjekt mit Runeninschrift inkl. der überaus spannenden Geschichte seiner Provenienz in mindestens zwei gemeinsamen Aufsätzen wissenschaftlich zu beschreiben.

Blog (22.5.2024) Runen von Amrum

Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass dieses Stück jemals wieder auftauchen würde. (Martin Segschneider, 22. Mai 2024)

CW